Handball Emmen: M3 – der Matchbericht

M3: Erhobenen Hauptes aus dem Cup geschieden

Ein Cupspiel mit klarer Rollenverteilung: Gegen das 2. Liga-Team von Willisau resultiert eine Niederlage. Trotzdem haben wir uns nichts vorzuwerfen – im Gegenteil!

Die Rollenverteilung war klar am vergangenen Freitag: wir als Underdog durften frei aufspielen, während die Gäste aus Willisau gewinnen mussten, wollten sie das Gesicht wahren. Daraus wiederum wollten wir Kapital schlagen. Ausserdem musste die neue Zeichentafel unseres Trainers mit zwei Punkten eingeweiht werden.

Von Anfang an ging es richtig zur Sache. Beruhigend war, dass der Gegner mit keinen unbekannten, taktischen Raffinessen auftrumpfte. Sogar die Auslösungen waren uns alle bekannt. Aber man muss zugeben, dass die Willisauer ihr Spiel kraftvoll, präzise und dynamisch vortrugen. So wie man es sich von einer ambitionierten 2. Liga Mannschaft auch erhoffen würde. Bei uns war das Ganze mit deutlich mehr Aufwand verbunden. Und nur dank tadelloser Torhüterleistung von Thomi und dem Mut, es immer wieder zu versuchen, gerieten wir nicht ins Hintertreffen. Die Moral also intakt, sogar Zeit für eine Kosmetikpause gefunden (Originalton Zügi: „Wie binde ich jetzt diese verd… Haare zusammen…???“). Der einzige Wermutstropfen: etwas zu viele technische Fehler im Angriff, welche im Gegenzug für schnelles Spiel und hin und wieder für einfache Gegentore sorgten. Dazu noch ein bewundernder Blick an den gegnerischen Flügel, der mit acht Sekunden Flugzeit die Schwerkraft zu besiegen schien. Na gut, vielleicht waren es auch nur fünf Sekunden…

Jedenfalls: nach 30 Minuten durften wir trotzdem mit uns zufrieden sein, denn mit einem 11:11 ging es in die Garderobe.

Nachdem sich unser kleine aber feine Anhängerschar (herzlichen Dank an Euch alle!) im Container gestärkt hatte, konnte es weitergehen. Wir wollten an unsere disziplinierte und harte Arbeit anknüpfen und gaben den Mut nicht auf. Viele gaben nun wirklich alles. Davon zeugten Krampferscheinungen bei den einen oder zusammengestauchte Gesichter bei anderen. Zum letzteren Fall: Was bei Michi nach einem etwas geröteten Gesicht nach Bekanntschaft mit einem Gegner aussah, entpuppte sich am Wochenende als Jochbeinbruch mit zusätzlich mehrfachem Knochenbruch um das Auge. Ein Ausfall, den wir nicht so einfach verkraften werden, sowohl spielerisch wie auch Team-mässig. Dir, Michi, gute Besserung und dass Du uns schnell wieder zurückkommst!

Hatten wir bisher nur mit dem Gegner zu kämpfen, gesellten sich nun leider zeitweise auch die Unparteiischen (Moment… da war doch mal was mit dem Schiri und Handball Emmen…?) hinzu. Hatten sie anfänglich noch den Durchblick und das geübte Auge für allerlei Feinheiten, bekam man nun den Eindruck, dass auch sie etwas abgenutzt waren. So musste sogar unser Coach, der für seine Ruhe bekannt ist, mal laut werden. Na ja, genützt hat es leider nicht viel.

Die Antwort lieferten wir aber auf dem Parkett: in der 45. Minute gelang uns erstmals die Führung mit 19:18. Die war leider nicht von Dauer und der Gegner kämpfte sich wieder heran. Wie schon so oft in dieser Saison, gestaltete sich das Finale äusserst spannend. Keine der Mannschaften konnte einen Vorteil für sich herausschlagen. Zwei Time Outs in der letzten Spielminute und „nun ja keinen Fehler machen“ waren die Dinge, die uns beide ins Unentschieden und somit in die Overtime zwangen.

In der zwei Mal 5 Minuten-Verlängerung zeigte sich dann, dass uns die Flamme, die uns 60 Minuten lang begleitet hatte, etwas im Stich liess. Wir vermochten es nicht mehr, mit den gleichen Emotionen, mit dem gleichen Einsatzwillen in den Kampf einzusteigen. Die Konsequenz war eine schnelle Führung der Gäste und schliesslich das Endresultat: 29:32.

Zum Schluss:

Erstens die Auflösung der Flugzeit vom Flügel des Gegners. Neben dem Zauberschuh (sh. Foto) muss es wohl am Gewichtsverhältnis liegen und DOCH an langem und intensivem Training? Da kann unsereins nur schwerlich mithalten. Dafür haben wir mehr SPASS!  😉

Zweitens: Endlich gab’s mal wieder Kafi Zwätschge unter der Dusche. Danke, Tanja!

Und drittens und am wichtigsten: Kompliment an das gesamte M3! Eine Spitzenleistung von allen! Vor allem die Einsatz- und Opferbereitschaft für das TEAM – absolute Klasse!

22.11.2021 / Ex-Präsi